Instagram Like und Kommentarbots - die Social Media Einbahnstraße - Futurebiz.de

Instagram Like und Kommentarbots – die Social Media Einbahnstraße

One way only

Instagram Like und Kommentarbots sind aktuell weit verbreitet. Oftmals wird die Automatisierung von Instagram Interaktionen als angebliches Mittel für den Account Wachstum eingesetzt. Ein nachhaltiges Wachstum ist über automatisierte Interaktionen aber kaum nicht möglich. Das haben wir auf Twitter schon gesehen und auf Instagram ist es nichts anderes. Wer Instagram Like oder Kommentarbots einsetzt und automatisierte Interaktionen zu bestimmten Hashtags veröffentlicht, befindet sich in einer Einbahnstraße.

Bildquelle Flickr: Free for Commercial use – One way only (CC BY-SA 2.0)

Instagram Automation Bots verstoßen gegen die Plattformrichtlinien

Automation von Interaktionen auf Instagram ist nicht nur vielen Nutzern ein Dorn im Auge. Die Tools gefallen auch Instagram nicht. Die Instagram Plattformrichtlinien besagen:

Ensure your comments are uniquely tailored for each person. Don’t post unauthorized commercial communication or spam on Instagram.

Mich würde es nicht wundern, wenn sämtliche Apps und Tools für eine Automatisierung von Instagram in naher Zukunft das zeitliche segnen. Zumindest wenn sie keine Optionen bieten, die Automatisierung dauerhaft zu steuern und anzupassen. Braucht man sie dann aber überhaupt noch? Eine Automatisierung erfolgt in der Regel in zwei Richtungen. Einmal für eigenen Inhalte und damit verbundene Interaktionen und einmal für Inhalte von Nutzern.

Während eine Automatisierung für eingehenden Fragen und Kommentare durchaus sinnvoll ist, ist sie nach außen oft problematisch.

Automatisierung dient nicht der Reichweitensteigerung

Twitter hat in seinen Automation Rules viele Empfehlungen und Kriterien definiert, die man auch auf Instagram übertragen kann.

The reply and mention functions are intended to make communication between users easier, and automating these processes in order to reach many users is considered an abuse of the feature.

Automatisierte Interaktionen zur Reichweitensteigerung stellen auf Twitter einen Verstoß gegen die Plattformrichtlinien dar. Gleiches ist auf Instagram der Fall und sollte so klar auch von Instagram kommuniziert werden. Auch die automatische Vergabe von Likes ist auf Twitter nicht erwünscht.

You may not develop any application that allows for favoriting of Tweets in a bulk or automated manner. Aggressive favoriting is a violation of the Twitter Rules.

Klare Statements von Twitter, die mal konsequent und dann wieder überhaupt nicht durchgesetzt werden. Geld spielt hier auch eine Rolle…

Problematisch wird es dann, wenn Instagram Automation auf Influencer Marketing Automation trifft. Da bringt auch eine Analyse der Interaktionsraten nichts. Wer automatisch Likes und Kommentare vergibt, sammelt auch öfter Interaktionen dieser Art für seine eigenen Accounts. Automatisierung trifft auf Automatisierung und das Ergebnis hat überhaupt keinen Mehrwert. Weder für die Absender noch für die Empfänger.

Instagram steht in der Pflicht

Instagram sagt hierzu:

Don’t participate in any „like“, „share“, „comment“ or „follower“ exchange programs.

Warum es Apps wie Like4Like überhaupt noch gibt, verstehe ich auch nicht. Besonders nicht bei der Bekanntheit der App und den vielen Installationen.

Es sind aber nicht nur die Plattformrichtlinien, die sich gegen eine Automatisierung von Interaktionen aussprechen. Die Gemeinschaftsrichtlinien von Instagram sind ebenfalls klar formuliert:

Hilf uns dabei, frei von Spam zu bleiben, indem du nicht versuchst, künstlich „Gefällt mir“-Angaben, Abonnenten oder geteilte Inhalte zu sammeln, nicht wiederholt dieselben Kommentare oder Inhalte postest…

Wer solche Methoden verwendet, der verbreitet nichts anderes als Spam. Dem muss man sich klar sein und wer das versteht, sollte auch kein Tool dieser Art mehr verwenden. Da wir aber von Zahlen und Interaktionen getrieben sind (besonders auf Instagram), denken Nutzer nur an die Likes und nicht daran, wie diese entstehen und welche Wirkung sie bei Empfängern verursachen.

Im Vergleich zu früher hat Twitter das Problem von automatischen Direktnachrichten, Likes und Retweets relativ gut in den Griff bekommen. Ich hoffe, Instagram wird auch härter durchgreifen und die eigenen Prinzipien härter durchsetzen.

Instagram Bots schaden der Diskussionskultur

Was auf Instagram passiert, hat übrigens nichts mit Marketing-Automation zu tun. Bei Marketing-Automation geht es darum, automatisiert die passenden Inhalte an einzelne Segmente auszuspielen. Es werden unterschiedliche Inhalte produziert und je nach Interessen und Interaktion veröffentlicht. Instagram Automation Tools arbeiten nicht inhaltlich, sondern erfüllen automatisch aufgaben, welche keinerlei Mehrwert für den Empfänger bieten.

Hinzu kommt, dass durch automatisierte Kommentare keine Diskussionen entstehen können. Automatisierte Glückwünsche und immer wieder die gleichen Antworten. Instagram könnte entweder Tools dieser Art blockieren oder Kommentare dieser Art einfach ausblenden. Wie es auf Google+ der Fall ist. Kommentare „This looks amazing“  werden standardmäßig verborgen. Wer über Standardkommentare Sichtbarkeit und Reichweite generieren will, müsste sich jetzt wirklich mal Gedanken machen und echte Kommentare verfassen.

Google-plus-kommentare-automatisch-ausblenden

Ein kleines Feature, welches Instagram sehr gut gebrauchen könnte.

We’re making it easier to have good conversations by hiding lower quality comments on posts, so you can focus on the comments that matter most.

Der Instagram Algorithmus hat die Funktion, relevante Inhalte weiter oben im Feed zu platzieren. Den gleichen Anspruch sollte Instagram auch bei Kommentare haben und dem Vorbild von Google+ folgen. Natürlich betrifft das nicht nur die Plattformen. Es betrifft jeden der solche Tools nutzt. Hier sollte man sich einfach eine Frage stellen: Möchtet ihr bei euren Inhalten auch nur automatisierte Interaktionen sehen? Wahrscheinlich nicht…

Autor bei Futurebiz, Speaker und Senior Social Media Berater bei der Agentur BRANDPUNKT. berät Marken und Unternehmen bei der Entwicklung von digitalen und Social Media Strategien.

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