Die Wirtschaftswoche hat einen Artikel zum Thema: “Endet der Hype um Social Media” veröffentlicht und spricht davon, dass sich soziale Netzwerke ändern müssen. Das müssen sie und es wird auch passieren.
Facebook spendiert seinen Nutzern quasi im Wochenrhythmus neue Funktionen und der Ausbau der mobilen Plattform wird eine entscheidende Rolle spielen und so wie wir denken, den langfristigen Erfolg von Facebook sichern.
Nahezu parallel wurde eine aktuelle Studie von Social Bakers veröffentlicht, die nicht die Schwachstelle von sozialen Netzwerken, sondern von Unternehmen, die Social Media einsetzen, aufzeigt. 70 % aller Nutzerfragen bleiben unbeantwortet. 70 %!
Hierzu wurde ein neues Tool mit dem Namen Socially Devoted (soziale Hingabe) veröffentlicht, dass aufzeigt, wie ernst Marken Kundenfragen sehen und wie schnell sie auf diese reagieren. So benötigt beispielsweise eBay 740 Minuten für die Beantwortung einer Frage und insgesamt werden nur 4,8 % der Fragen überhaupt beantwortet. Die Zeit ist bei eBay nicht das Problem, sondern das fehlende Verständnis für Social Media und den Nutzern.
Pegasus Airlines antwortet überhaupt nicht, obwohl 61 gestellt Fragen nun nicht gerade eine hohe Zahl ist. Gleiches gilt auch für Ferrari und Mercedes-Benz. Keine einzige Frage wurde beantwortet.
Der Durchschnittswert für die Automobilbranche liegt gerade einmal bei 5,1 %.
Gestern hatten wir das Thema bereits kurz auf Google+ aufgegriffen und einen Vergleich zum “realen Leben” hergestellt. Wenn ich in ein Autohaus gehe und dem Verkäufer eine Frage stelle, dann erwarte ich und bekomme auch eine Antwort. Marken fehlt das Gespür für soziale Netzwerke. Viele Situation aus dem Alltag verlagern sich zu Facebook, Twitter und Google+. Kunden wollen auch hier für voll genommen werden und haben das Recht auf eine Beantwortung von Fragen.
Fehlende Ressourcen sind für Mercedes und eBay kein Argument und dieses Verhalten hat vielleicht auch keine unmittelbaren Auswirkungen. Langfristig gesehen wird hier aber ein enormer Nachteil gegenüber den Unternehmen entstehen, die ihren Kunden zuhören und auch mit ihnen kommunizieren.
So hat Kia Motors Deutschland 74 % aller Fragen beantwortet. Volkswagen Mexiko kommt auf 70 %.
Im Artikel der Wirtschaftswoche wird von einem wahr gewordenen Traum gesprochen. Gemeint ist der Dialog mit den Kunden. Diesen Traum wird aber nur von wenigen Unternehmen gelebt und ein Großteil führt eine Einbahnstraßen-Kommunikation, die von der Webseite, in soziale Netzwerke verlagert wird. “Thema verfehlt”.
Auslöser für inaktive Nutzer sind nicht immer nur die Inhalte, sondern auch die Art und Weise wie eine Marke mit seinen Kunden kommuniziert. Stellt ein Nutzer eine Frage und bekommt keine Antwort, dann ist es auch nicht verwunderlich, dass er nicht mehr mit der Seite interagiert.
Unternehmen sprechen immer von einem Ausbau der Kundenbeziehungen. “Wir wollen zufriedene Kunden, die uns lange die Treue halten”. Um dies zu erreichen, sind heute eben auch soziale Netzwerke essentiell. Doch was machen viele Marken? Sie investieren Geld in Facebook-Apps, basteln eine Content-Strategie zusammen und am selbstverständlichen Punkt, der Kommunikation mit den Nutzern, scheitern sie kläglich.
Überraschenderweise schneidet die Finanzbranche gut ab und liegt deutlich vor der Automobilbranche. Auf Nutzer wirkt so ein Verhalten teilweise arrogant und gleichgültig. “Ist uns doch egal, was der wissen will”.
Unternehmen treiben hier ein gefährliches Spiel und gewähren ihren Wettbewerbern klare Vorteile.
Vielleicht hätte die Überschrift bei der Wirtschaftswoche lauten sollen: “Endet der Social Medy Hype, bevor Unternehmen ihn verstanden haben.”
Futurebiz ist ein Projekt der Agentur Brandpilots (ehemals Berliner Brandung). Uns gibt es auch als täglichen Newsletter sowie auf Facebook, Twitter und Google+.



[...] By Jan Firsching | Published 5. Juli 2012 Twittern Unser Artikel – Ende des Social Media Hypes oder Warum verstehen Marken Social Media nicht? – hat für einige Diskussionen gesorgt. Nun gibt es in diesem Zusammenhang neue Zahlen von [...]
Ende des Social Media Hypes oder Warum verstehen Marken Social Media nicht? http://t.co/KnuxxPym
Die 740 Minuten sind ja vollkommen in Ordnung. Der Artikel soll die allgemeine Situation widerspiegeln und dabei sind wir eben auf das Beispiel von eBay gestoßen. Das mit der Nachrichten-Funktion ist ein interessanter Punkt. So wie ich das einschätzen kann, wird diese Funktion von den Usern noch sehr zögerlich angenommen und die meiste Kommunikation findet nach wie vor über die Chronik statt. Das sind aber nur meine Erfahrungen von diversen Kunden-Seiten, wenn es bei ebay anders ist, wäre das ja mal ein interessanter Case
Mit Sicherheit war das kein persönlicher Angriff. Warum auch? Propaganda ist es aber definitiv auch nicht. Die Zahlen, auch wenn sie für einige Unternehmen vielleicht nicht korrekt sind, spiegeln ja ein Bild wieder. Lassen wir einmal ebay außen vor und senken die Quote auf 50 %. Dann ist hier immer noch viel zu tun. Viele Unternehmen haben auch das Verständnis (bei dir weiß ich es), aber dieses Verständnis wird oft aus den verschiedensten Gründen nicht umgesetzt.
Klar ist auch, dass große Seiten, mit vielen Kommentare nur noch “allgemein” Antworten können. Mir ist schon klar, dass man bei 500 Kommentaren nicht auf jeden Nutzer einzeln eingehen kann (und auch nicht muss). Fakt ist aber auch, dass ich nahezu jeden Tag Seiten von Marken sehe, auf denen Kundenfragen unbeantwortet bleiben.
[...] Media diskutiert. Anlässlich eines Artikels in der Wirtschaftswoche hat Futurebiz einen guten Artikel dazu veröffentlicht. Demnach bleiben die meisten Nutzeranfragen auf SoM-Kanälen wie facebook oder [...]
Ende des Social Media Hypes oder Warum verstehen Marken Social Media nicht? | Futurebiz http://t.co/dekzSCSx via @wds7
Social Media kein Hype, sondern Ergebnis: IT-Evolution revolutioniert Kommunikationsverhalten..(Selbst-)verständlich http://t.co/x71GLgQR
70 Prozent der Nutzeranfragen unbeantwortet. “@wds7: Ende des Hypes. Warum verstehen Marken Social Media nicht? http://t.co/1Ud6GHlP”
Öhm, nur 4,8% bei eBay? Haben die Autoren eigentlich einen Einblick, wie viel da über die Nachrichtenfunktion an Fällen geklärt wird? Nein! Und ja 740 min mag lang erscheinen, liegt aber bei eBay daran, dann man sagt, man ist vorzugsweise zwischen 9-18 Uhr da – aus Respekt vor den Arbeitszeiten von Mitarbeitern und auch aus Ressourcen- und somit finanziellen Gründen. Nacht- und Wochenendzeiten kosten.
Die meisten Anfragen – kann man leicht selbst recherchieren – kommen bei eBay ca. zwischen 22 Uhr und Mitternacht und meistens sind es keine wirklichen Anfragen, sondern eher Rumgeschimpfe, anders als bei Telekommunikationsunternehmen, wo es meist darum geht “Hilfe, mein Netz ist weg”. – Fehlendes Verständnis von Social Media?! Das ist ein Witz und Hohn und Spott auf meine Arbeit! Ich war über ein Jahr lang Community Manager auf der eBay.de Seite auf Facebook. Wir haben uns auch nachts und Wochenende ein Bein ausgerissen, um zu helfen! Ganz viele Fälle über Mail und jetzt seit März über die Nachrichtenfunkion gelöst und dann muss man sich so etwas hier gefallen lassen! Das ist dumme Propaganda aufgrund von Zahlen, die keine wirkliche Aussagekraft haben. Steffi hat das oben schon gut beschrieben warum.
Außerdem werden bei den Zahlen von Social Bakers auch die Kommentare unter Engagement-Postings gezählt – also auch die, vor wir 200 Kommentare haben auf eine simple Frage und wir nur moderierend mal eingreifen. Das ist klar, dass dann solche “Response”-Raten sinken. Aber klar ist, dass das einfach mit 4,8% völliger Bullshit ist, denn jede Serviceanfrage wird von eBay.de auf der Seite ernst genommen und abgearbeitet! Hätte der Autor sich auch mal direkt mit den Seitenbetreibern auseinander setzen können…
Gruß, Romy
Ende des Social Media Hypes oder Warum verstehen Marken Social Media nicht? | Futurebiz http://t.co/yC9ZXK1V
Ende des Social Media Hypes oder Warum verstehen Marken Social Media nicht? | Futurebiz http://t.co/iHHq5cbQ