Influencer Marketing mit Kindern? Wenn Kinder YouTube-Stars werden. - Futurebiz.de

Influencer Marketing mit Kindern? Wenn Kinder YouTube-Stars werden.

Auf welchem sozialen Netzwerk erreiche ich meine Zielgruppe am besten? Geht es um jüngere Zielgruppen, lauten die Antworten immer öfter Instagram und Snapchat. Im Vergleich zu Facebook sind die Nutzer deutlich jünger, obwohl Facebook nach wie vor nahezu alle Zielgruppen abdeckt. Soll es noch jünger werden, kommen Apps wie musical.ly ins Spiel. Aber wie sieht eine Influencer Marketing Kampagne aus, wenn Kinder ab vier Jahren die Zielgruppe sind?

Goldiebox ist ein Spielzeughersteller aus den USA. Zielgruppe sind Kinder und natürlich deren Eltern. In einer aktuellen Kampagne wird über Influencer Marketing versucht, genau diese Zielgruppen anzusprechen. Involviert sind mehrere YouTuber, die in ihren Kanälen Produkte von Goldiebox vorstellen. So weit nichts besonders. Wenn man sich aber die beteiligten YouTuber einmal ansieht, werden Unterschiede zu Deutschland deutlich.

YouTuber wie Bibi und Dagi Bee haben viele junge Abonnenten und sind die Teenie-Stars von Heute. Bei der Influencer Kampagne von Goldiebox wird es aber nochmals deutlich jünger.

Wer hat schon mal etwas von JilianTubeHD oder EvanTubeHD gehört? EvanTubeHD hat auf YouTube über 3,3 Mio. Abonnenten. Die Kanalbeschreibung lautet wie folgt:

„If you’re looking for fun family-friendly YouTube content, you’ve come to the right place! Our channel is all about KID FUN! Toys, Challenges, Animals, Video Games, Science Experiments, Special Effects, Animation and Attractions! If it’s fun for kids, you’ll find it here!“

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JilianTubeHD kommt auf 450.000 Abonnenten (Stand Oktober 2016). Es handelt sich also um sehr große YouTube Kanäle, die von Kindern moderiert werden. Weitere YouTuber der Goldiebox Kampagne sind BabyTeeth4 mit über 1,1 Mio. Abonnenten, MyFroggyStuff mit 1,3 Mio., Brataylay mit 3,4 Mio. und The Engineering Family mit 1,8 Mio. Abonnenten. Alle Kanäle werden von Kindern moderiert.

Goldiebox hat bei der Auswahl der Kanäle sicher alles richtig gemacht. Wenn Kinder auf YouTube in den USA erreicht werden sollen, dann sind das genau passenden YouTube Kanäle. Die Kampagne zeigt aber auch, dass der YouTube Kosmos in den USA noch wesentlich größer ist als in Deutschland.

BabyTeeth4 wird von den beiden Schwestern  Jillian und Addie präsentiert. Jillian ist 10 Jahre und Addie 8 Jahre alt. Insgesamt kommt ihr Kanal auf über 1 Mrd. Videoaufrufe und Kooperation mit Unternehmen gibt es immer wieder. JilianTubeHD kündigt die Kooperation wie selbstverständlich direkt am Anfang ihrer Videos an und in der Beschreibung findet man Hinweise wie „Free products and paid support from Pop Star Club“. Auch in den Videos zur aktuellen Goldiebox Kampagne findet man am Anfang deutliche Hinweise auf die Kooperation.

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Es gibt Product Placements und Unboxing Videos. Thumbnails der Videos werden optimiert und auch die Titel zielen darauf ab, möglichst viele Videoaufrufe zu generieren. In Deutschland konnte man viel über Lisa & Lena lesen, die sehr erfolgreich auf Instagram und musical.ly unterwegs sind. Lisa und Lena sind 13 Jahre alt. Die oben genannten YouTuber sind alle jünger. In den Kanalbeschreibungen auf YouTube und Instagram findet man Hinweise wie „Run by parent“. Das mag sein, es steckt aber auch ein Geschäftssinn dahinter. Die Eltern tauchen auch in den Videos auf. MyFroggyStuff wird beispielsweise von einem Mutter-Tocher-Gespann moderiert.

Die Reichweiten, oder zumindest die Follower, sind auf Instagram aber deutlich niedriger als auf YouTube.

In Deutschland werden YouTuber dafür kritisiert, dass sie sich mit ihren Product Placements an zu junge Zuschauer wenden. Die Beispiele aus der GoldieBox Kampagne sind nochmals auf einem anderen Level. Wie gesagt, an der Auswahl der „Influencer“ und der Umsetzung der Kampagne kann man nicht viel aussetzen. Goldiebox setzt auf Toy Hacks, welche durch die einzelnen YouTube Kanäle umgesetzt und veröffentlicht werden. Moderiert wird die Kampagne von Simone Giertz. Ihr Kanal hat 300.000 Abonnenten und man kann sie mit einer Moderatorin von toggo vergleichen.

Goldbiebox möchte 5- bis 9-jährige Kinder und deren Eltern erreichen und dieses Ziel werden sie mit der Kampagne auch erreichen. So sehen dann die produzierten Videos aus.

Wie findet ihr die Kanäle und die Aktion? Die Kampagne ist ein gutes Beispiel dafür, wie groß YouTube ist und das nahezu jede Altersklasse angesprochen werden kann. Sei es mit einem YouTube Kanal, oder auch mit einer Influencer Kampagne. Dennoch habe ich bei den Kanälen ein gemischtes Gefühl.

INREACH Konferenz für Influencer Marketing 14. November Berlin

Wie seht ihr die Kampagne und die Kanäle? Man kennt YouNow und weiß, wie viele Kinder dort aktiv sind. Es ist aber schon ein Unterschied, Kinder als Hosts einzusetzen und so Kooperationen mit Unternehmen abzuwickeln. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass wir in Deutschland noch nicht auf diesem Level sind, oder ich bin doch einfach zu alt geworden. 😉

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Autor bei Futurebiz, Speaker und Senior Social Media Berater bei der Agentur BRANDPUNKT. berät Marken und Unternehmen bei der Entwicklung von digitalen und Social Media Strategien.

Kommentare

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4 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Yeah. Werbung für die Kleinsten. Schöne perverse Marketing-Welt in der Geld alles ist…

  2. Hm… ich sehe das Ganze ein wenig unkritischer (vielleicht weil ich keine Kinder habe). Ich meine das Fernsehprogramm für Kinder ist ja nun auch nicht Werbe-Botschaftsfrei, oder? Wo ist der große Unterschied zwischen Kindern als Moderatoren im Fernsehen oder bei YouTube? Und Bibi+Tina oder Barbie (gibt es beides überhaupt noch als Fernsehsendung?) möchte ja auch nicht nur lehrreiche Folgen drehen, sondern letztendlich verkaufen.

    YouTube ist einfach nur ein neues Medium, an das wir uns gewöhnen müssen wie früher unsere Großeltern ans Fernsehen.
    Denke ich.

  3. Kinder als Werbeziel sollte eigentlich ein nogo sein. Aus meiner Sicht gehört Werbung die an unter 16 Jährige gerichtet ist generell verboten. Ich denke Kinder sollten ihre Kindheit so wenig wie möglich manipulativer Beeinflussung ausgesetzt sein. Ich arbeite im Marketing, aber für solche Firmen würde ich nicht arbeiten.

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