Mobile Zukunft - Facebook kauft Glancee

Facebook kauft Glancee – Ein weiterer Schritt in Richtung mobile Zukunft

Nach Instagram folgt Glancee.

Facebook rüstet sich weiter für die mobile Zukunft und hat nach Instagram, die ambient social networking App Glancee übernommen. Ein klares Zeichen, dass verdeutlicht, wie Facebook seine eigenen Zukunft sieht und die mobile Nutzung der Plattform einschätzt.

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Was macht Glancee? Glancee hatten wir schon einmal in einem Artikel vorgestellt und passt perfekt in das Portfolio von Facebook. Hat ein Nutzer Glancee auf seinem Smartphone installiert, bekommt man andere Personen in der Nähe angezeigt. Zusätzlich erhält man Informationen über gemeinsame Freunde und Interessen.

Die möglichen Einsatzfelder für Facebook liegen auf der Hand und eine Integration des „Freunde-/Personen-Finders“ in die mobile App ist sehr gut vorstellbar. Glancee, oder besser gesagt die Technologie von Glancee, könnte die ortsbasierten Nutzerinformationen um ein vielfaches erweitern. Wer hat alles an einer Veranstaltung teilgenommen und welche gemeinsamen Interessen (oder Freunde) habe ich mit diesen Nutzern? Wer war schon alles an einem bestimmten Ort (z.B. ein Restaurant)?

Ähnlich wie bei Gowalla, wird auch die mobile App von Glancee das zeitliche segnen (eine alternative wäre ban.jo). Facebook möchte die Technologie bzw. das Wissen der Mitarbeiter und wird dies für die Entwicklung von mobilen Features und Produkten einsetzen.

Neben Veranstaltungen und Orten, sind auch Status Updates ein mögliches Einsatzfeld. Nutzer können ihre Beiträge ebenfalls mit Ortsinformationen versehen. Diese Informationen könnten dafür eingesetzt werden, Nutzern neue mögliche Freunde, oder Seiten vorzuschlagen.

So geht es immer weiter. Welche Freunde/Nutzer aus meiner näheren Umgebung sind gerade im Chat, welche Nutzer haben ein Angebot auf Facebook wahrgenommen und so weiter.

Mit der Übernahme von Instagram hat Facebook einen klugen Schachzug vollzogen, doch vielleicht stellt sich der Kauf von Glancee als noch wirkungsvoller heraus. Ambient Social Networking gilt bei vielen Experten als „The Next Big Thing“ und mit dem Wissen der Glancee-Mitarbeiter, spielt Facebook nun auch eine entscheidende Rolle. Probleme könnten allerdings beim Thema Datenschutz auftreten. Wenn Facebook die Technologie von Glancee einsetzt, muss dies den 900 Mio. Nutzern deutlich kommuniziert und vor allem erklärt werden. Bei der Smartphone App sah dies anders aus, da Nutzer hier eine Verknüpfung zu Facebook aktiv zugestimmt haben. Vorstellbar wäre ein zusätzlicher Unterpunkt in den Privatsphäreeinstellungen. Nutzer könnten hier angeben, ob Profil- und Ortsinformationen für Freundes- oder Seitenvorschläge mobil eingesetzt werden dürfen, oder nicht.

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Die Technologie von Glancee basiert neben persönlichen Beziehungen (gemeinsame Freunde), hauptsächlich auf Interessen. Wofür interessieren sich Leute in meiner Umgebung? Der Interest Graph bildet bei Glancee das zweite Standbein und könnte sich bestens in den Open Graph von Facebook einfügen und wäre beispielsweise für Interessenlisten einsetzbar.

Facebook rüstet sich für die mobile Zukunft und hat nun mit Glancee, Instagram, Gowalla und Tagtile mittlerweile vier Unternehmen übernommen, die maßgeblichen Einfluss auf Facebook Mobile nehmen werden.

Autor bei Futurebiz, Speaker und Senior Social Media Berater bei der Agentur BRANDPUNKT. berät Marken und Unternehmen bei der Entwicklung von digitalen und Social Media Strategien.

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