Instagram

Chronologischer Instagram Feed ist wieder da

Der chronologische Instagram Feed ist wieder da. Neben dem chronologischen Feed stellt Instagram weitere Optionen zur Verfügung, mit denen Nutzer*innen ihre Instagram Feeds individuell anpassen können.

Instagram-Chronologischer-Feed-2022
Foto von Alexander Shatov auf Unsplash

Die Ankündigung kam vor ein paar Monaten doch etwas überraschend. Seit der Instagram Algorithmus vor mittlerweile fünf Jahren eingeführt wurde, hat Instagram immer wieder und wieder die Vorteile eines personalisierten Feeds kommuniziert und gepredigt.

Der Instagram Algorithmus wurde damals eingeführt, weil die Interaktionen in 2015 um 40 % gesunken sind. Des Weiteren war eine Begründung, dass Nutzer*innen 70 % der veröffentlichten Inhalte nicht im Feed sehen, wenn dieser auf einer chronologischen Sortierung basiert.

Chronologischer Instagram Feed als Option

Jetzt ruderte Instagram zurück und führte im März 2022 wieder einen chronologischen Instagram Feed ein. Der chronologische Feed ist aber nicht die Standard-Ansicht. Nutzer*innen können ähnlich wie bei Facebook wählen, welche Sortierung der Beiträge im Feed sie bevorzugen. Problem dabei ist, dass Instagram die ausgewählte Ansicht nicht speichert. Möchten Nutzer*innen Inhalte in der chronologischen Reihenfolge sehen, dann muss diese Ansicht jedes mal manuell ausgewählt werden. Wie viele werden das machen?

„We want people to have meaningful control over their experience“ twitterte der Instagram Comms Account. Nun ja, seit fünf Jahren hat der Instagram Algorithmus die „meaningful experience“ übernommen. Dass sich das im Jahr 2022 nochmals ändert, damit hätten wohl die wenigsten gerechnet.

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Als der Instagram Algorithmus eingeführt wurde, war eines der Hauptargumente, dass Menschen viele Beiträge in einem chronologischen Feed niemals sehen. Das ist richtig, aber trifft aber auch auf einen Feed zu, welcher von einem Algorithmus sortiert wird.

Beziehungsweise beeinflusst die Anzahl der abonnierten Accounts dies sehr stark. Wer mehrere hundert Accounts abonniert hat und wenn die Accounts sehr aktiv sind, dann wird es immer schwieriger alle Inhalte zu sehen. Das gilt auch für einen chronologischen Feed.

Hinzu kam, dass Instagram immer betont hat, es werden keine Inhalte ausgeblendet. Der Algorithmus beeinflusst die Reihenfolge.

Chronologischer Feed als Eingeständnis für Fehler?

Das Umfeld, in dem die Rückkehr zu einem chronologischen Feed kommuniziert wurde, war ein sehr spezielles. Instagram CEO Adam Mosseri hat dies nicht auf Instagram, im Meta News Room, oder auf Twitter angekündigt, sondern während einer Anhörung vor dem Senat.

Man kann den chronologischen Feed als auch als eine Art Entgegenkommen verstehen, beziehungsweise als eine Reaktion auf die anhaltende Kritik an Instagram. Die Kritik bezog sich darauf, dass Instagram ein falsches Bild vermittelt und beispielsweise Schönheitsideale in den Vordergrund stellt, welche speziell für jüngere Nutzer*innen nicht gut sind.

Wenn der Instagram Algorithmus aber solche Beiträge bevorzugt, dann bleiben nicht viele Optionen. Entweder Instagram passt den Algorithmus an, oder es gibt Alternativen.

Eine Alternative ist der chronologische Instagram Feed. Es wird aber auch eine weitere Option für die Nutzer*innen geben: Instagram Favoriten.

Ganz oben im Feed – Instagram Favoriten

Bei den Instagram Favoriten bedient sich Instagram bei Facebook. Auf Facebook ist es schon lange möglich, Beiträge von bestimmten Seiten auszuwählen und diese an der obersten Position im News Feed anzeigen zu lassen.

Ein ähnliches Prinzip gibt es jetzt auch auf Instagram. Man hätte somit als erste Inhalte im Feed die jeweils ausgewählten Favoriten und danach kommen Beiträge, welche durch den Algorithmus bestimmt werden.

Generell kann man sagen, je mehr Optionen Nutzer*innen haben, umso besser ist es. Persönlich bin ich kein Freund von chronologischen Feeds, da oftmals die Relevanz der Inhalte sinkt. Aus diesem Grund ist für mich ein chronologischer Feed auf Instagram eine gute Option, sollte aber nicht als Default-Ansicht vorgegeben werden und das ist auch nicht der Fall. Das Nutzer*innen ihre Einstellung jedoch nicht speichern können, ist nicht verständlich.

Algorithmen bieten auch viele Vorteile. Wichtig ist, dass man seine Feeds konsequent selber anpasst. Accounts entfernt, neue Accounts abonniert, Inhalte ausblendet und so wichtige Signale an den Algorithmus zu senden.

Bekommen Unternehmen durch einen chronologischen Feed mehr Reichweite auf Instagram?

Bei den Diskussionen um den Instagram Algorithmus geht es primär um sinkende Reichweiten und Interaktionen.

Wer jetzt aber denkt, dass die Reichweiten und die Interaktionen steigen werden, wird ziemlich sicher enttäuscht werden. Erstmal hängt es davon ab, wie viele Menschen überhaupt auf einen chronologischen Feed wechseln werden. Wenn sie es tun, ist entscheidend, wie viele Accounts eure Follower selber abonniert haben und wie aktiv diese sind.

Sind sie aktiver als ihr selbst, dann wird dies eure Reichweite nicht positiv beeinflussen. Vielleicht sogar negativ. Wenn bereits in 2015 70 % aller Posts untergegangen sind, dann wird sich die Situation in 2022 weiter verschärft haben. Instagram ist seit 2015 nochmals deutlich gewachsen und es werden auch deutlich mehr Inhalte veröffentlicht. Erhofft euch also keinen Reichweiten- und Engagement-Boost durch einen chronologischen Instagram Feed.

Auch wenn die Rufe nach einem chronologischen Feed immer laut waren, vermute ich, dass ein Großteil der Nutzer*innen bei der Sortierung durch den Algorithmus bleiben wird. Die Qualität der Inhalte wird entscheiden. Ihr werdet bei einem chronologischen Feed merken, dass die Qualität nicht besser werden wird. Zumindest wird dies in vielen Fällen so sein.

Blogger in Charge bei Futurebiz, Speaker, Autor und Senior Digital & Social Media Berater bei der Agentur BRANDPUNKT. Jan Firsching berät Marken und Unternehmen bei der Entwicklung von digitalen und Social Media Strategien. Zu Futurebiz Consulting Blogger in charge at Futurebiz. Speaker, author and senior digital & social media consultant at the BRANDPUNKT agency. Jan Firsching advises brands and companies on the development and implementation of digital and social media strategies.

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