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Instagram Algorithmus für Reels, Explore & Feed: Signale & Faktoren in der Übersicht

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Seit Jahren wird die Reihenfolge von Inhalten Instagram Feed durch einen Algorithmus festgelegt. Neben dem Feed werden auch die Inhalte innerhalb des Explore-Bereiches und im Reels Tab durch den Instagram Algorithmus ausgewählt und vorgeschlagen. Seit der Einführung gab es die wildesten Theorien und Spekulationen über die Funktionsweise des Instagram Algorithmus und diese reißen bis heute nicht ab.

Nachdem Instagram bereits in 20218 bei einem Event für Journalisten in San Francisco Klartext gesprochen und die Faktoren des Instagram Algorithmus erklärt hat, ist Instagram nochmals auf die Faktoren eingegangen und zeigt auf, wie Reels, Content-Vorschläge für Explore und natürlich Inhalte im Feed durch den Algorithmus bewertet werden.

Interessant ist, dass es durchaus Unterschiede zwischen den unterschiedlichen Bereichen gibt. Grundsätzlich gilt jedoch weiterhin, dass die Interessen, die Aktualität & Beziehungen/Interaktionen eine entscheidende Rolle spielen

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Bildquelle: Bryce Durbin / TechCrunch

In der Grafik, die Instagram auf dem Event in 2018 gezeigt hat, wurden drei Hauptkriterien für den Instagram Algorithmus genannt. Der Algorithmus wägt die Wahrscheinlichkeit ab, mit der Nutzer an bestimmten Inhalten interessiert sind. Je höher sie ist, umso höher ist auch beispielsweise die Position im Instagram Feed.

Nun hat Instagram dies nochmals etwas ausführlicher erklärt und für die Unterschiedlichen Bereiche wie Feed, Stories, Reels und Explore erklärt.

Instagram Algorithmus für den Feed und für Stories

Instagram fasst die Faktoren vom Algorithmus für den Feed und für Stories zusammen. Sprich es spielt keine Rolle, ob ein Inhalt als Story oder als Feed Post geteilt wird, der Instagram Algorithmus berücksichtigt hierbei die gleichen Faktoren.

Hierzu zählen wie viele Interaktionen ein Beitrag hat, an welchem Ort er veröffentlicht wurde (lokale Relevanz) und auch beispielsweise die Länge eines Videos. Bei der Länge von Videos gibt es durchaus unterschiedliche Interpretationen. Wer sich gerne kurze Videos ansieht, wird wahrscheinlich auch eher kurze Videos angezeigt bekommen. Schaut man sich lieber längere Videos an (IGTV), dann wird hier ein stärkeres Signal gesendet. 

Wichtig, es geht hier nicht um das Format Video an sich. Es geht um die eigene Aktivität und Nutzungsverhalten

Als diese Signale bestimmen auch die Reihenfolge von Instagram Stories.

Den Punkt „Beziehung“ nennt Instagram nun „Information about the person who posted“. Es geht aber um das Gleiche. Also wie oft hat man mit einem Account bereits in der Vergangenheit interagiert, wie regelmäßig sind diese Interaktionen. Sinken die regelmäßigen Interaktionen mit abonnierten Accounts, sinkt also die Wahrscheinlichkeit, dass neue Inhalte an vorderen Positionen angezeigt werden.

Gewichtung von Interaktionen durch den Instagram Algorithmus

Nachdem der Instagram Algorithmus sich diese Faktoren angesehen hat, werden verschiedenen Prognosen erstellt. Diese Prognosen basieren auf Arten von möglichen Interaktionen. Instagram spricht von einem Dutzend Interaktionsmöglichkeiten, von denen hauptsächlich fünf berücksichtigt werden.

1. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Personen sich ein paar Sekunden mit dem Inhalt beschäftigen? (Vorteil für Videos)

2. Wird man den Beitrag kommentieren?

3. Wird man den Beitrag auf Instagram liken?

4. Wird der Beitrag eventuell gespeichert werden? (Nein, es ist nicht der Super Like)

5. Wird über den Beitrag das Profil aufgerufen?

Das sind Prognosen von Instagram, die in der Regel auch zutreffen werden, denn das ist die Aufgabe vom Algorithmus und dieser hat sich in den letzten Jahren für Instagram sehr bezahlt gemacht.

Zusätzlich versucht Instagram den Feed und die Stories abwechslungsreich zu gestalten. Ziel ist eine gute Content-Mischung. Heißt unterschiedliche Accounts und unterschiedliche Formate.

Was Instagram nochmals bestätigt hat, ist das Shares in Stories jetzt nicht mehr benachteiligt werden. Dies war aber früher der Fall.

Instagram Algorithmus für Instagram Explore (Entdecken-Bereich)

Wie Instagram die Inhalte für Instagram Explore auswählt, haben wir in diesem Artikel bereits ausführlich erklärt.

Es geht darum aus Millionen von Inhalten die relevantesten 25 zu finden und das in regelmäßigen Abständen. Auch hier erstellt Instagram wieder Prognosen, wie wahrscheinlich eine Interaktion auf Seite der Nutzer:Innen ist. Also Konsum von Videos, Interaktionen wie Likes und Kommentare, oder Aufrufe von Profilen. Alles wie gehabt.

Was bei Instagram Explore jedoch wichtiger ist, ist der Faktor Aktualität des Inhaltes und Aktualität der Interaktionen. Also wie schnell erhält ein Instagram Post Likes und Kommentare. Passt der Inhalt zu einer Person und hat zusätzlich in kurzer Zeit viele Interaktionen generiert, steigert sich die Wahrscheinlichkeit, dass er in Instagram Explore angezeigt wird.

Diese Faktoren sind für Instagram Explore deutlich wichtiger als für den Instagram Feed. Logisch, da Explore neue Accounts beinhaltet und sich der Feed aus abonnierten Accounts und Hashtags zusammensetzt.

Des Weiteren analysiert Instagram, ob man mit Accounts bereits interagiert hat, auch wenn man diesen nicht folgt. Hier gibt es eine kleine Parallele zum TikTok „Für Dich Feed“. Auch hier findet man Inhalte von den gleichen Accounts, auch wenn man diesen nicht folgt, aber mit den Inhalten interagiert.

Ansonsten sind die Faktoren ähnlich zum Feed.

Instagram Algorithmus für Reels

Der Reels-Tab ist die neueste Spielwiese für Instagram. So stellt Instagram nochmals klar, dass im Reels-Tab meistens Inhalte von Accounts angezeigt werden, denen man nicht folgt. Wer also auf Instagram organisch wachsen möchte, sollte unbedingt Instagram Reels ausprobieren. Einmal für die Sichtbarkeit im Reels-Tab und einmal für die Sichtbarkeit in Instagram Explore.

Der Instagram Algorithmus für Reels setzt dabei auf folgende Signale, die alle ein Ziel erfüllen. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit dafür, dass man sich ein Reel ansieht. Als Zusatz ist es für Instagram natürlich wichtig, dass immer neue Reels erstellt werden. Also spielen auch Aufrufe von Songs und Audio-Seiten (Pendant zu Hashtag-Seiten bei Reels) eine Rolle.

Interaktionen mit Reels: Mit welchen Reels wurde in der Vergangenheit interagiert. Welche hat man sich angesehen? Welche geliket und/oder kommentiert.

Interaktionen mit Accounts: Wer immer wieder mit den Reels eines bestimmten Accounts interagiert, wird auch wahrscheinlich neue Reels des gleichen Accounts im Reels Tab angezeigt bekommen.

Informationen zu Reels: Hier geht es beispielsweise um die Musik des Reels, aber auch um Faktoren wie den Inhalt an sich und wie beliebt des Reel bereits ist. Dieses Vorgehen kennt man auch von TikTok, wo zusätzlich noch die verwendeten Hashtags eine Rolle spielen. Das erwähnt Instagram jedoch nicht explizit.

Informationen über die Creator von Reels: Um möglichst vielfältige Inhalte auszuspielen, untersucht der Instagram Algorithmus für Reels, wer Inhalte erstellt und wem diese gefallen könnten. So soll ein vielfältiger und individueller Reels-Tab garantiert werden.

Natürlich sind auch die Nutzungsdauer und die Anzahl der abonnierten Accounts entscheidend. Wer sehr vielen Instagram Profilen folgt, bietet dem Algorithmus eine entsprechend größere Auswahl. Das kann zur Folge haben, dass die Anzahl der Inhalte von einzelnen Profilen sinken kann.

Stories, Videos und Profiltyp haben keinen Einfluss auf den Instagram Algorithmus

Instagram ist auch eine Plattform für Bewegtbild. Jetzt wurde klargestellt, dass Videos nicht höher im Instagram Feed gewichtet werden. Wer sich durch Videos eine grundsätzlich höhere Reichweite erwartet, kann das vergessen. Zumindest aktuell.

Gleiches gilt für die Nutzung von Instagram Stories oder Instagram Live. Hierbei geht es nicht um die Reichweite der Formate, sondern über den Einfluss der Nutzung auf die Reichweite. Es gab immer wieder Spekulationen darüber, dass sich die regelmäßige Nutzung von Stories auch auf die Reichweite im Feed auswirkt. Die Nutzung an sich hat keinen Einfluss. Wenn aber die Interaktionen und Beziehungen durch Stories und/oder Instagram Live gesteigert werden, hat das positive Auswirkungen auf den Feed.

Es gibt auch keine Unterschiede zwischen privaten und Instagram Unternehmensprofilen. Vor allem Influencer hat vermutet, dass durch die Umstellung auf ein Unternehmensaccount die eigene Reichweite sinken könnte. Laut Instagram ist das nicht der Fall.

40 % höhere Sichtbarkeit von Inhalten durch den Instagram Algorithmus

Der Hauptgrund für die Einführung des Algorithmus war, dass sich 70 % der Nutzer nur 50 % der abonnierten Inhalte wirklich im Feed angesehen haben. Hat der Algorithmus funktioniert?

Durch die Anpassungen im Instagram Feed soll sich der Wert auf 90 % erhöht haben. In den zwei Jahren hat sich der Anzahl der aktiven Nutzer nochmals deutlich erhöht und so kann man klar sagen: der Algorithmus funktioniert.

Neben der Sichtbarkeit hat sich auch die Verweildauer auf Instagram gesteigert. Es läuft also alles genau so, wie Instagram es sich vorgestellt hat und die gelernten Ansätze werden auf neue Formate wie den Reels Tab übertragen.

zum About Instagram Blog

 

(Dieser Artikel wurde am 09. Juni 2021 aktualisiert)

Blogger in Charge bei Futurebiz, Speaker, Autor und Senior Digital & Social Media Berater bei der Agentur BRANDPUNKT. Jan Firsching berät Marken und Unternehmen bei der Entwicklung von digitalen und Social Media Strategien. Zu Futurebiz Consulting Blogger in charge at Futurebiz. Speaker, author and senior digital & social media consultant at the BRANDPUNKT agency. Jan Firsching advises brands and companies on the development and implementation of digital and social media strategies.

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