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Reels, Stories, IGTV, Live & Feed: Warum Instagram möchte, dass alle Formate genutzt werden

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Foto von JACQUELINE BRANDWAYN auf Unsplash

Die Anzahl der verfügbaren Instagram Formate hat sich sukzessive erweitert. Speziell durch die Einführung von Instagram Reels steht ein weiteres Content-Format zur Verfügung, welches nochmals eine vollkommen andere Herangehensweise benötigt. Aber muss man wirklich alle unterschiedlichen Formate auf Instagram verwenden? Welchen Einfluss hat die Nutzung von Reels oder Stories auf die organische Performance von Beiträgen im Feed?

Positive Effekte durch die Nutzung aller Instagram Format

Seit es Diskussionen über Algorithmen in sozialen Netzwerken gibt, ist oftmals auch die Rede davon, dass bestimmte Formate von Facebook, Instagram und Co. “gepusht” werden. So war es beispielsweise beim Start von Facebook Live und auch bei der Einführung von Instagram Stories.

Bei Instagram Reels sieht es ähnlich aus und auch hier wird vermutet, dass Reels von Instagram bevorzugt behandelt werden, um das Format schneller zu etablieren.

Kurz vor Weihnachten hat Rachel Reichenbach auf Rainylune ihre Erkenntnisse aus einem Gespräch mit einem “Media Expert” von Instagram veröffentlicht, bei dem es genau um diesen Fragen geht. Auch wir werden oft gefragt, wie oft sollen neue Inhalte auf Instagram veröffentlicht werden und welche Formate besonders gut funktionieren.

Gleiche vorab: Gut funktionieren ist natürlich immer relativ und hängt von der jeweiligen Zielsetzung ab. Fakt ist aber, dass Instagram Accounts sich nicht mehr auf einzelne Formate konzentrieren sollten. Die Zeiten, in denen der Fokus auf dem Instagram Feed lag, sind seit dem Siegeszug von Instagram Stories vorbei. Es geht um die Ergänzung und Kombination einzelner Formate.

Ein gutes Beispiel hierfür ist die Sichtbarkeit von Reels und IGTV-Videos, die auch im Feed geteilt werden. Hierin liegt auch ein großer Vorteil der Content Distribution auf Instagram. Während IGTV-Videos anfangs in der IGTV App und im Explore-Bereich versauerten, haben sie nun im Feed eine deutlich größere Sichtbarkeit.

Bei Reels ist die Sichtbarkeit nochmals größer, da das Format mit dem Reels-Tab einen eigenen Bereich innerhalb von Instagram besitzt.

Regelmäßiges Posten auf Instagram ist wichtig. Die Anforderungen (oder Wünsche) seitens Instagram, mögen euch aber vielleicht überraschen. Gegenüber Rachel Reichenbach hat der “Media Experte” die Posting-Frequenz wie folgt zusammengefasst. Es ist jede Menge.

Optimale Posting-Frequenz auf Instagram (…laut Instagram)

Die Empfehlung lautet wie folgt:

– 3 Posts für den Instagram Feed pro Woche

– 8 bis 10 Instagram Stories pro Woche

– 4 bis 7 Instagram Reels pro Woche

– 1 bis 3 IGTV Videos pro Woche

Das sind 16 Inhalte pro Woche, die sich auf vier unterschiedliche Formate verteilen. Deckt sich das mit eurer Aktivität auf Instagram?

An dieser Stelle gilt zu unterscheiden, wie Unternehmen, Medien und Creator Instagram verwenden. Für einige Medienseiten sind die 16 Inhalte pro Woche definitiv nicht viel und die Anzahl der veröffentlichten Inhalte liegt deutlich höher. Interessant wird es dann aber bei der Verteilung. 4 – 7 Reels pro Woche findet man selten und noch seltener bei Unternehmen. In der Realität sieht es so aus, dass viele Unternehmen noch überhaupt keine Reels erstellt und veröffentlicht haben.

Auch auf der Seite der Creator gibt es einige Accounts, die mit der Frequenz und der Verteilung der Formate auf eine höhere Anzahl von Inhalten kommen. Das ist aber nicht der Standard, sondern eher die Ausnahme.

Der entscheidende Punkt ist wie so oft aber nicht die Quantität. Die Content-Qualität ist entscheidend. Es bringt nichts 20 Inhalte die Woche zu veröffentlichten, wenn sie nicht unterhaltsam, informativ oder hilfreich sind. Wenn man also an seiner Content-Strategie für Instagram arbeitet, dann steht immer die Qualität im Vordergrund. Es geht nicht darum eine bestimmte Anzahl von Beiträgen zu veröffentlichen. Speziell dann nicht, wenn die Qualität darunter leidet.

Wenn man aber über eine Fülle von Inhalten verfügt und diese auch auf die unterschiedlichen Formate verteilen kann, dann wird dies von Instagram belohnt.

Die Nutzung von Reels wirkt sich auf die organische Performance aller Formate aus

Sobald Instagram ein neues Format einführt, soll es natürlich auch genutzt und konsumiert werden. Logisch. Interessant wird es dann, wenn ein neues Format nicht genutzt wird und dies Auswirkungen auf andere Formate hat. Laut den Informationen von Rachel Reichenbach werden Accounts von Instagram belohnt, die auch Reels veröffentlichen. Das bedeutet dann auch, wer keine Reels veröffentlicht, wird von Instagram nicht belohnt.

Aus der Sicht von Instagram ist das durchaus verständlich, da der Druck von TikTok hoch ist und Reels zu einem Erfolg werden müssen. Zumindest ist dies die aktuelle Situation.

Hierüber kann man sich jetzt aufregen, oder aber mit der Situation umgehen. Einmal, indem man eigene Reels veröffentlicht, oder man damit lebt, dass Instagram die Reels aktuell bevorzugt und die eigenen Inhalte im Feed eventuell weniger Sichtbarkeit erhalten. Das sind auch immer Momentaufnahmen und sobald Reels etabliert sind, kann sich dies auch wieder ändern.

Wer Social Media Marketing betreibt, muss sich auch immer an die Regeln und Entwicklungen der einzelnen Plattformen orientieren. Das gehört zu unserem Job einfach dazu und macht ihn dadurch ja auch so abwechslungsreich.

Regelmäßig Content zum gleichen Zeitpunkt veröffentlichen

Während wir uns viel mit den optimalen Uhrzeiten für Social Media Posts beschäftigen, ist auch die Regelmäßigkeit ein wichtiger Faktor. Hier geht es nicht um drei Posts die Woche, sondern um Posts oder IGTV-Videos am selben Tag und zur selben Zeit.

Sehr gut eignen sich hierfür Serienformate. Instagram hat für Serienformate auch ein eigenes Feature veröffentlicht, mit dem man IGTV-Videos strukturieren und im eigenen Instagram Account hervorheben kann. Aber auch ohne IGTV und fortlaufende Episoden ist ein konstantes Posten zu definierten Uhrzeiten laut Instagram zu empfehlen.

Wichtig ist jedoch: wann und wie Inhalte konsumiert werden, hängt immer noch von den eigenen Followern ab. Hinzu kommt, dass durch den Algorithmus Inhalte zu den unterschiedlichsten Zeiten konsumiert werden und nicht dann, wenn sie veröffentlicht werden. Nichtsdestotrotz bieten sich Serienformate an, da sie nicht nur besser im Gedächtnis der Nutzer:Innen bleiben (“jeden Mittwoch gibt es ja ein neues Video”), sie bieten auch vielfältige Möglichkeiten Themen tiefer und intensiver zu kommunizieren.

Fazit: Nutzt verschiedene Instagram Formate, aber macht euch nicht verrückt

Der Einsatz unterschiedlicher Instagram Formate gehört zu einer modernen Instagram Strategie mit dazu. Creator und Unternehmen werden immer über ein Format verfügen, was ihnen besonders gut liegt. Sei es bezogen auf die Ergebnisse, oder auch auf die Umsetzung. Nichtsdestotrotz ist es sehr wichtig, sich mit unterschiedlichen Formaten zu befassen und neue Entwicklungen auf Instagram anzunehmen. Stories sind hierfür ein gutes Beispiel und haben sich bei Unternehmen längst etabliert. Bei Reels wird die Entwicklung ähnlich sein. Also beschäftigt euch mit dem Format und produziert Reels, welche die Aufmerksamkeit eurer Zielgruppen erwecken. Ob es dann ein Reel oder vier pro Woche sind, ist erstmal zweitrangig.

Blogger in Charge bei Futurebiz, Speaker, Autor und Senior Digital & Social Media Berater bei der Agentur BRANDPUNKT. Jan Firsching berät Marken und Unternehmen bei der Entwicklung von digitalen und Social Media Strategien. Zu Futurebiz Consulting Blogger in charge at Futurebiz. Speaker, author and senior digital & social media consultant at the BRANDPUNKT agency. Jan Firsching advises brands and companies on the development and implementation of digital and social media strategies.

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